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Gemeinsame Erklärung

russischer und deutscher Nichtregierungsorganisationen zum dritten Jahrestag der Ermordung von Anna Politkowskaja -

Vor drei Jahren, am 7. Oktober 2006, wurde Anna Politkowskaja in Moskau ermordet. Die Tat ist bis heute nicht aufgeklärt. Die Freisprüche von mutmaßlichen Mittätern sind aufgehoben und neue Ermittlungen angeordnet worden. Der mutmaßliche Mörder ist auf der Flucht; seine Auftraggeber sind unbekannt.

Heute müssen wir feststellen, dass Anna Politkowskajas Tod nur der Beginn einer neuen Serie von politischen Morden war:

21.11.2007: Attentat auf den Journalisten und Menschenrechtsverteidiger Farid Babajew, der am 23.11.an den Folgen des Attentats verstirbt.
31.08.2008: Der Journalist Magomed Jewlojew wird im Polizeigewahrsam erschossen.
19.01.2009: Auf offener Straße in Moskau werden der Rechtsanwalt Stanislaw Markelow und die Journalistin Anastasija Baburowa ermordet.
15.07. 2009: Die Menschenrechtlerin Natalja Estemirowa wird erschossen.
11.08.2009: Die Leiterin einer Hilfsorganisation für Kinder und Jugendliche, die in den tschetschenischen Kriegen verletzt wurden, Sarema Sadulajewa und ihr Ehemann werden ermordet.

Diese Aufzählung ist nicht vollständig. Alle Fälle sind weder umfassend aufgeklärt noch geahndet.

Alle Mordopfer hatten eines gemeinsam: Sie haben sich für ein gerechtes und friedliches Gemeinwesen engagiert. Als Journalisten, Anwälte, Menschenrechtlerinnen. Gegen die Interessen der Mächtigen, Gewalt und Willkür. Deswegen haben sie Todesdrohungen erhalten. Alles spricht dafür, dass sie deswegen hingerichtet worden sind. Sie strebten nicht danach, zu Helden zu werden. Ihre Mörder haben sie zu Märtyrern des Kampfes um den Rechtsstaat gemacht.

Wir, die unterzeichnenden Organisationen, versprechen, dass wir nicht aufhören werden, uns für die Werte und Ziele einzusetzen, denen sich die Ermordeten verpflichtet fühlten. Die politischen Morde müssen beendet und die Verantwortlichen vor Gericht gestellt werden. Dafür werden wir gemeinsam – jeder an seinem Ort – eintreten. Diese Arbeit kennt keine Grenzen. Wir sind Gleichgesonnene und Verbündete in unserer Arbeit für die Menschenrechte. Wir unterstützen einander und treten solidarisch für den Schutz derer ein, die heute Hilfe bedürfen.

Das ist unsere Antwort auf die brutale Gewalt, deren Opfer wir heute beklagen.

Moskau und Berlin, am 6. Oktober 2009 Russische Nichtregierungsorganisationen:

Menschenrechtszentrum Memorial
Internationale Gesellschaft Memorial
Komitee Zivile Unterstützung
Zentrum zur Förderung von Demokratie und Menschenrechten
Stiftung „Public Verdict“
Zentrum für Information und Analyse „Sowa“
Youth Human Rights Movement
Moskauer Helsinki-Gruppe
Allrussische Bewegung „Für Menschenrechte”

Deutsche Nichtregierungsorganisationen:

Aktion Sühnzeichen Friedensdienste e.V.
Amnesty International, Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Deutscher Anwaltverein e.V.
Deutsch-Russischer Austausch Berlin e.V., Berlin
Europäischer Austausch gGmbH
Memorial Deutschland e.V.
Reporter ohne Grenzen e.V.
Journalistenverband Berlin-Brandenburg – Landesverband des DJV

Memorial Deutschland lädt Sie herzlich zu einer Vorstellung in Rahmen der Interkulturelle Woche 2009 am Dienstag, 22. September um 19 Uhr:
Berichte über Arbeit  im ehemaligen KGB-Gefängnis in Potsdam,
ein Kindergartenprojekt in Tschetschenien,
aktuelle Menschenrechtsfragen in Russland.

Refugium im Paul Gerhardt Stift, Müllerstr. 56-58, Berlin 13349.

Aufruf von Amnesty zum Mahnwache am 04.09.09 in russische Sprache liegt zum Download Bereit

INFO von Amnesty International Deutschland,

Wir, Arbeitskreis Menschenrechte in Russland, unterstützen den Aufruf von Amnesty International zur Mahnwache: Sommerball 2009, Russische Botschaft

Die politischen Morde in Russland müssen aufhören!

Freitag, 04.September 2009, ab 18.30 Uhr

Berlin, vor der Botschaft der Russischen Föderation, Unter den Linden 63 – 65

TERMINHINWEIS/AUFRUF zum Download

INFO von Deutsch-Kaukasische Gesellschaft,

die Deutsch-Kaukasische Gesellschaft unterstützt den Aufruf von Memorial Deutschland, Reporter ohne Grenzen, dem Deutsch-Russischen-Austausch und Amnesty International zur

Mahnwache zum Gedenken an Natalja Estemirowa

am Sonntag, den 23. August 2009, Beginn 17 Uhr

an der Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz, Berlin (siehe Anhang)

Berlin, 16. August Kundgebung “Endet politische Morde in Russland”  bei der Weltzeituhr am Alexanderplatz in Berlin

Am Sonntag 16. August von 15 bis 17 Uhr findet bei der Weltzeituhr am Alexanderplatz eine Kundgebung mit der zentralen Forderung nach einem Ende der politischen Morde in Russland statt.

Seit unseren letzten Demos ist nicht einmal ein Monat vergangen und allein in dieser Woche sind mindestens drei Menschenrechtsaktivisten, die in Tschetschenien tätig waren, umgebracht worden. Es waren der Journalist-Menschenrechtler Malik Ahmedilow und die Eheleute Sadulaew, die die Organisation “Retten wir eine Generation” gegründet hatten. Diese Organisation half den Jugendlichen in einem vom Krieg zerstörten Land ohne echte Perspektiven für Menschen irgendwie weiterzumachen.
Die nicht endenden Morde an Journalisten, Anwälten und anderen Menschenrechtsaktivisten in Russland schaden der Zivilgesellschaft und der Zukunft Russlands. Die Machthaber in Russland müssen verstehen, dass politische Morde keine nationale Angelegenheit und der Öffentlichkeit im Ausland nicht gleichgültig sind.

Die Menschenrechtsaktivisten in Russland brauchen unsere Aufmerksamkeit um zu überleben. Hier ist besonders die Meinung der Gesellschaft in Deutschland als dem bedeutendsten Handelspartner Russlands sehr wichtig.

Obwohl der Aufbau einer mündigen Zivilgesellschaft das erklärte Ziel von Präsident Medwedew ist, hat der von ihm unterstützte tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow offen der getöteten Journalistin gedroht. Oleg Orlow, der Vorsitzende der Organisation “Memorial” in der Estemirowa tätig war, sprach offen von der Kadyrows Schuld an ihrem Mord. Am 11. August wurden die Eheleute Sadulaew in der tschetschenischen Hauptstadt Grozny vor Zeugen aus dem Büro von der Polizei abgeführt um nur eine Stunde später erschossen aufgefunden zu werden.

Ansprechpartner für die Presse ist:
Mobil: 0160/5404539
Email:  menschenrechteru@googlemail.com

Die redaktionelle Verwendung dieser Pressemitteilung ist erlaubt.

Liebe Freunde,

Schließt Euch unserem Protest am 16. August von 15- 17 Uhr bei der Weltzeituhr am Alexanderplatz gegen die Tötungen von Menschenrechtlern in Russland an!

ACHTUNG! die ursprungliche Veranstaltungsort vor der  Botschaft der Russischen Föderation unter den Linden ist nach Anweisung von Polizei wegen die Sperrung aufgrund von Leichtatletik WM, geändert! Wir treffen uns am Alexanderplatz.

Seit unseren letzten Demos ist nicht einmal ein Monat vergangen und allein in dieser Woche sind mindestens drei Menschenrechtsaktivisten, die in Tschetschenien tätig waren, umgebracht worden. Es waren der Journalist-Menschenrechtler Malik Ahmedilow und die Eheleute Sadulaew, die die Organisation “Retten wir eine Generation” gegründet hatten. Diese Organisation half den Jugendlichen in einem vom Krieg zerstörten Land ohne echte Perspektiven für Menschen irgendwie weiterzumachen.

Es muss endlich ein Ende der Morde an Menschenrechtlern in Russland geben. Es reicht nicht Ermittlungen einzuleiten. Die offensichtlichen Tatverdächtigen wie Kadyrow, der nach dem Mord an Estemirowa, sie im Interview beim Radio Swoboda beschimpft hat, müssen während der Untersuchung des Amtes enthoben werden. Er ist nicht nur eine Gefahr für Tschetschenische Menschen, er ist eine Gefahr für Russland und gefährdet dessen Stabilität.

Wir müssen auf die Straße damit um die Medienaufmerksamkeit für dieses Thema auf sich zu ziehen.

Bitte leitet diese Mitteilung an Verteiler oder Personen weiter, die es interessieren könnte. Wenn ihr Journalisten kennt, die gern darüber schreiben würde besondere bitte die Info auch an diese weiterleiten.

Die Versammlung ist bei Berliner Polizei angemeldet.

menschenrechteru@gmail.com, +49 (0) 30 34081149


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